Russland | Tat’jana Bogatyreva „Muttertag“

Zwei Erzählungen in einen kleinen Band, verlegt in einer kleinen Reihe: „Muttertag“ und „Die Flüchtenden“ der Petersburger Autorin Tat’jana Bogatyreva sind Beispiele für aktuelle russische, realistische Jugendbuchprosa. Um ihr mehr Gewicht zu verleihen, entstand 2015 die Buchserie „Gegenwart“.

Worum geht es? In „Muttertag“ muss sich der Junge Keša um seine depressive und unter der Ehetrennung leidenden Dichter-Mutter kümmern, die weder sich noch das Leben mit ihrem Sohn im Griff hat und um sich kreist. Keša, aus dessen Sicht erzählt wird, gewährt dabei bittere Einblicke in eine vollkommen dysfunktionale Umgebung und die daraus resultierenden Miseren in seinem Teenagerleben.
„Die Flüchtenden“ erzählt vom kriminellen Abdriften, vom Sich-Fügen und vom Weglaufen dreier Jugendlicher auf der Suche nach einer Orientierung im Leben. Episodisch, direkt, schmerzhaft blättert Bogatyreva durch die traurigen Befindlichkeiten ihrer Protagonisten und lässt ihre Leser als stille Beobachter daran teilhaben.

 

Den’ materi (Muttertag) Book Cover Den’ materi (Muttertag)
Rosmėn
2015
Tat’jana Bogatyreva
I. V. Šarikova
ab 12 Jahren